Wie kann man die Spermienqualität verbessern?

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Der Weg zum neuen Leben lässt sich beziffern: 20 Zentimeter müssen Spermien, nach dem Samenerguss, von der Vagina in den Eileiter zurücklegen und dort eine (vorhandene) Eizelle befruchten. Die Erfolgschance pro Samenzelle ist relativ gering. Selbst für ein gesundes Paar unter 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft pro Monatszyklus “nur” bei 25-30% (bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung). Diese Wahrscheinlichkeit wird maßgeblich durch das Alter der Frau und die Qualität der Spermien beeinflusst. Die meisten Spermien scheitern auf dem Weg oder an der Befruchtung. Statistisch ist die Chance höher, wenn der Mann über viele und qualitativ hochwertige Spermien verfügt. Männliches Ejakulat enthält im Durchschnitt 20-150 Mio. Spermien pro Milliliter. Aufgrund verschiedener Ursachen kann diese Spermienmenge deutlich reduziert sein und ist damit für ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich.

Tipps und Tricks zur Steigerung der Spermienqualität

Immer mehr Männer produzieren weniger Sperma

Eine Studie hat ergeben, dass immer mehr Männer weniger Spermien produzieren. Zu diesem Befund gelangten französische Forscher in einer Langzeitstudie. Verfügt der Mann über weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat, entspricht dies einer verringerten Spermienmenge. Das bedeutet, dass die vorhandenen Spermien eine hohe Qualität aufweisen müssen (gemessen anhand der Form und Schwimmfähigkeit der Spermien), um eine Befruchtung sicherzustellen. Sperma, welches nur über wenige oder träge Spermien verfügt, ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Ebenfalls steigt die Chance für genetische Defekte und Krankheiten. Es gibt natürlich Präparate zur Verbesserung der Spermienqualität. Zusätzlich beeinflussen aber auch Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten die Spermienqualität.

Mehr Sex, Bewegung und die richtige Temperatur

Ein Knackpunkt ist der Sex. Fakt ist: Je mehr Sex man hat, umso mehr Spermien produziert man. Eine Studie hat gezeigt, dass die tägliche Ejakulation mitunter nicht nur die Spermienanzahl erhöht, sondern auch die beschädigten Spermien reduziert. Somit erhöht der tägliche Sex bzw. die tägliche Ejakulation die Qualität der Spermien nachhaltig. Auch wenn die Menge sowie das Konzentrat des Spermas gemindert werden, gewinnen die Spermien an Qualität und Beweglichkeit hinzu. Apropos Qualität und Beweglichkeit – wichtig ist auch die richtige Temperatur der Hoden. Die ideale Temperatur liegt bei 34 bis 35 Grad – das sind rund ein bis zwei Grad unterhalb der Körpertemperatur. Auch wenn der Körper die Temperatur im Hodensack selbst reguliert, gibt es Faktoren, welche negative Auswirkungen haben. Das sind unter anderem enge Jeans, Autositzheizungen oder auch heiße Bäder wie heißes Duschen. Auch häufige Saunabesuche vermindern die Spermienqualität.

Sport kann die Qualität der Spermien steigern. Doch hier sollte man vorsichtig sein: Moderater Sport sorgt für eine Erhöhung der Qualität, auspowern und bis an die Grenzen gehen sorgt hingegen für das Gegenteil. Beim Sport ist es auch wichtig, dass man keine Präparate zu sich nimmt. Anabolika und andere Steroide beeinflussen die Spermienqualität. Die Hoden bilden sich zurück, es wird nur noch wenig Testosteron produziert. Leistungsaufputschende Mittel führen im schlimmsten Fall zu Impotenz und Unfruchtbarkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Teil der Probanden, welche jahrelang Anabolika zu sich genommen haben, gar keine Spermien mehr im Ejakulat hatten.

Stress, Rauchen und andere Genussmittel

Viele Menschen stehen unter Druck und fühlen sich gestresst. Stress beeinflusst die Qualität der Spermien. Wer seine Spermienqualität verbessern will, muss auf Entspannung setzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man hin und wieder Entspannung sucht und sich von Stressbelastungen erholt. Das sorgt für eine Steigerung der Spermienqualität. Wer sich gestresst fühlt sollte aber nicht zur “Entspannungs-Zigarette” greifen. Wer seine Spermienqualität steigern möchte, sollte daher unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Gewohnheiten, warum die Spermienqualität leidet, sind Rauchen, Übergewicht und Alkohol. Wer sich den langen Weg einer künstlichen Befruchtung ersparen möchte, sollte daher – schon in jungen Jahren – auf seine Spermienqualität achten und seine Lebensgewohnheiten ändern.

Übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt den Körper und begünstigt Unfruchtbarkeit. Vor allem deshalb, weil der Testosteronspiegel gesenkt wird – das führt in gleicher Weise zu Problemen bei der Ejakulation. Eine Studie hat gezeigt, dass rund 8 Prozent aller Alkoholiker auch impotent sind. Selbstverständlich sind auch andere Drogen tabu. Ganz egal ob Marihuana, Kokain oder Opiate – jegliche Art von Drogen mindert die Qualität der Spermien.

Die richtigen Vitamine für die Qualitätssteigerung

Weitere Tipps und Tricks – zur Verbesserung der Qualität – sind unter anderem die richtige und ausgewogene Ernährung. In erster Linie ist die pflanzliche Kost, in Verbindung mit Obst sowie Gemüse und Vollkornprodukten, hilfreich um die Qualität zu verbessern. Fettiges und süßes Essen nur in Maßen. Bei Fleisch gilt: in begrenzten Mengen (300-500g pro Woche) verzehren und Geflügelfleisch, rotem Fleisch vorziehen. Omega-3-Fettsäuren, die etwa in Fisch und Meeresfrüchten enthalten sind, wirken begünstigend auf die Spermienqualität. Auch pflanzliche Öle, Walnüsse oder auch Obst und Käse sind ideale Omega-3-Fettsäuren Lieferanten. Natürlich gehören auch ausreichend Vitamine (wie die Universität Innsbruck in einer Studie belegte) zum Ernährungsplan des Mannes. Vor allem sind die Vitamine A (etwa in Eigelb, Butter und Leber enthalten), B (Nüsse und Getreide) sowie C (etwa Erdbeeren, Zitrusfrüchte und Johannisbeeren) als auch E (Seefisch oder pflanzliche Öle) hervorragend geeignet, um die Spermienqualität deutlich zu verbessern. Auch Zink und Folsäure wirken begünstigend.

Ein weiterer Aspekt ist natürlich die Gesundheit und Gewicht. Vor allem übergewichtige (aber auch untergewichtige) Personen sind häufig von einer schlechten Spermienqualität betroffen. Vor allem deshalb, weil weniger Sperma produziert wird, das jedoch gleichzeitig wieder mehr beschädigte Spermien aufweist. Stark übergewichtige Männer haben ein rund 24 Prozent geringeres Spermienkonzentrat – untergewichtige Personen weisen oftmals sogar einen Anteil von 36 Prozent auf. Aus diesem Grund gilt, dass auch der eigene Körper gesund sein sollte, um auch über gesunde und qualitativ hochwertige Spermien zu verfügen.

Fazit

Besteht ein Kinderwunsch, sollten die Lebensgewohnheiten überprüft werden. Nehmen Sie auf sich Rücksicht, passen Sie ihre Lebensgewohnheiten an und erhöhen Sie damit die Qualität der Spermien. Mit guten Spermien steht dem Kinderglück nichts mehr im Wege. Zusammenfassend sollte man vorwiegend folgende Punkte berücksichtigen, damit die Qualität gesteigert wird:

  • Gesunde ausgewogene Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen. Frittiertes und süßes Essen eingeschränkt genießen
  • Für Entspannung und Bewegung sorgen
  • Keine engen Jeans tragen, keine regelmäßigen heißen Bäder/Saunagänge
  • Auf Gewicht und Gesundheit achten
  • Einschränkung von Genussmitteln und Verzicht auf Drogen jeglicher Art (Alkohol, Nikotin, Marihuana)

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